Grußwort des Präsidenten der DGOU 2017

Prof. Dr. Ingo Marzi © Privat

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,
sehr geehrte Damen und Herren,


die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) ist im Jahr 2008 von der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC) und der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) als Dach- und Mitgliedsgesellschaft erfolgreich gegründet worden. Mittlerweile kann die DGOU über 10.600 Mitglieder aufweisen. Sie ist damit die größte chirurgische Fachgesellschaft in Deutschland.

Orthopädie und Unfallchirurgie stellen sich somit gemeinsam als starkes und breit aufgestelltes Fachgebiet der Chirurgie dar. Dies beinhaltet das Selbstverständnis einer soliden chirurgischen Basisausbildung inklusive der Notfallchirurgie und Intensivmedizin im Common Trunk sowie die Möglichkeit einer Rotation in andere chirurgische Disziplinen, je nach Interesse und Berufsziel. Auch das eigentliche Kernfach Orthopädie und Unfallchirurgie wird nach dem Common Trunk umfassend durch einen breiten konservativen und operativen Weiterbildungskatalog vermittelt, so dass die zahlreichen Spezialisierungen immer auf einer soliden Grundlage stehen. Eine zu frühe Spezialisierung ohne eine chirurgische Grundweiterbildung würde diesen Anforderungen nicht genügen und letztlich das Risiko der Degradierung zu einem nicht mehr entscheidungsfähigen Operateur mit sich bringen. Diese Grundlagen des ärztlichen orthopädischen und unfallchirurgischen Wirkens müssen auch in der Novellierung der Weiterbildung weiter verankert bleiben.

Das Fach O und U deckt in seiner Breite die Prävention, die dezidierte Diagnostik, umfassende konservative Behandlungsverfahren sowie standardisierte und hoch spezialisierte Operationsverfahren und die Rehabilitation ab. Gerade diese Breite der Behandlung in Orthopädie und Unfallchirurgie erlaubt uns auch weiterhin umfassend ärztlich tätig zu sein, die Patienten zu beraten, die Indikationen zu stellen und die passenden Operationsverfahren nach bestem Wissensstand auszuwählen.

Die Aufgaben für das Fach O und U wachsen quantitativ immens an durch den demografischen Wandel und den damit einhergehenden sowohl konservativen als auch operativen Behandlungsbedarf. Durch zunehmende Weiterentwicklung schonender, teils minimal-invasiver Techniken und eine durchdachte perioperative Betreuung wird die Qualität der Versorgung der Patienten immer besser. Die Etablierung von Qualitätsinstrumenten in Registern der Fachgesellschaft trägt zu einer langfristig messbaren Qualitätsverbesserung bei. All dies zeigt den Ärzten des Faches O und U und dem studentischen Nachwuchs, dass dieses breit aufgestellte Fach hochattraktive und hervorragende Zukunftsperspektiven aufweist.

Dennoch steht auch das Fach Orthopädie und Unfallchirurgie unter immer größer werdenden wirtschaftlichen Zwängen. Der Kostendruck in Kliniken und Praxen steigt kontinuierlich an, die Rationalisierung und Effizienzsteigerung stehen im Vordergrund, und der Administrationsanteil ist viel zu hoch. Dieses Geld fehlt aber für die eigentlich vordringlichste Aufgabe: die vertrauensvolle und aufgeklärte Behandlung der sich anvertrauenden Patienten.

Die praktische und wissenschaftliche Arbeit in der DGOU wird durch fast 40 teilweise eigenständig organisierte Sektionen und Arbeitsgemeinschaften, Ausschüsse und Vorstandsgremien geleistet. Diese engagierten und breit aufgestellten Gliederungen der DGOU bearbeiten die verschiedensten Aspekte des breiten Spektrums der orthopädisch-unfallchirurgischen Behandlungsmöglichkeiten. Die professionelle Durchführung der Grundlagenforschung, der translationalen Forschung und der klinischen Forschung sind die Basis für die Weiterentwicklung der Behandlungsmöglichkeiten.

Darüberhinaus werden von der DGOU sowie der DGOOC und der DGU strukturelle Fortentwicklungen vorangetrieben, wie beispielsweise die professionell arbeitenden Register zur Qualitätssicherung – wie das Traumaregister und das Endoprothesenregister –, die internationalen Kooperationen und die Definition von Leitlinien. Den Mitgliedern stehen somit weitreichende Möglichkeiten zur aktiven Partizipation offen.

Das Motto des Deutschen Kongresses für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) lautet 2017 Bewegung ist Leben. Bewegung zu erhalten und Bewegung wiederherzustellen, das steht nicht nur im Mittelpunkt des Kongresses, sondern praktisch immer im Mittelpunkt unserer ärztlichen unfallchirurgisch-orthopädischen Tätigkeit. Gemeinsam mit Professorin Andrea Meurer und Professor Alexander Beck wollen wir im Oktober 2017 ein breites Forum zur Diskussion aller relevanten Aspekte unseres Faches anbieten. Das Gastland USA wird uns durch aktive Beteiligung in den internationalen Sitzungen unterstützen, ebenso wie weitere europäische und nationale Vereinigungen.

Ich bedanke mich für das Vertrauen, als Präsident der DGOU mit Ihnen gemeinsam diese vielfältigen Herausforderungen bearbeiten zu dürfen.


Ihr
Ingo Marzi

Geschäftsstelle

Deutsche Gesellschaft für
Orthopädie und Unfallchirurgie
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10623 Berlin

Tel.: 030 – 3406036-00
Fax: 030 – 3406036-01
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