April 2015

Jan Philipp Schüttrumpf: „Lehrpreis 2015“ für innovatives Lehrkonzept

Der Orthopäde und Unfallchirurg Dr. Jan Philipp Schüttrumpf hat den Lehrpreis 2015 der Medizinischen Fakultät der Georg-August-Universität zu Göttingen für die Implementierung des Wahlfachs „Einführung in die Orthopädie und Unfallchirurgie für Studierende der Vorklinik” in den Lehrkatalog erhalten. Ausgezeichnet wird damit ein innovatives Lehrkonzept, das den studentischen Nachwuchs zu einem frühen Zeitpunkt im Studium für das Fach Orthopädie und Unfallchirurgie begeistern soll.

Die Idee für eine solche Lehrveranstaltung ging aus dem Jungen Forum O&U hervor. Als Leiter der Sektion Nachwuchsförderung stellte Schüttrumpf gemeinsam mit Luisa Peter und Stefanie Weber von den Youngster‘s O & U – die studentische Vertretung im Jungen Forum – beim Studiendekanat einen Antrag zur Implementierung des Wahlfachs, der vom Fakultätsrat genehmigt wurde.

Seit dem Wintersemester 2012/13 findet diese bisher einzigartige Lehrveranstaltung einmal pro Semester für 24 Studierende des vorklinischen Abschnitts statt. Dabei handelt es sich um eine Mischung aus Vortragsblöcken zu speziellen orthopädisch-unfallchirurgischen Themenkomplexen und anschließenden Workshops in Kleingruppen. „Die Resonanz ist überwältigend!“, sagt Schüttrumpf. „Bereits in der ersten Runde hatten wir neun Bewerberinnen und Bewerber pro Platz.“

Ziel der Lehrveranstaltung ist eine transparente Darstellung des Fachgebietes Orthopädie und Unfallchirurgie mit gleichzeitiger Nachwuchsgewinnung, insbesondere vor dem Hintergrund des bevorstehenden Ärztemangels und der künftigen Herausforderungen aufgrund des demografischen Wandels. Erklärtes Fernziel ist die deutschlandweite Etablierung des Wahlfachs. „Meiner Meinung nach sind die lockere Lernatmosphäre und die Mischung aus Kurzvorträgen mit anschließenden Workshops die Erfolgsgaranten der Lehrveranstaltung – frei nach dem Motto ‚See one, do one, teach one!‘“, sagt Schüttrumpf. „Es ist immer wieder interessant zu beobachten, wie die Studierenden zu Beginn geradezu schüchtern und zurückhaltend den ersten Vorträgen lauschen. Spätestens im ersten Workshop ist dann das Eis gebrochen und es wird untersucht, genäht, sonografiert, arthroskopiert. Am Ende des zweitägigen Wochenend-Blockkurs sind dann alle – Studierende und Dozenten – ein zusammengeschweißtes Team.“ 

Derzeit ist eine Publikation über das Wahlfach und die ersten Ergebnisse geplant. „Ohne ein Team wäre die Veranstaltung allerdings nicht machbar“, sagt Herr Schüttrumpf. „Für die Durchführung opfern meine Kolleginnen und Kollegen aus der Abteilung für Unfallchirurgie jedes Semester ein freies Wochenende. Dies sind namentlich: PD. Dr. Martin Wachowski (Mitorganisator und habilitierter Verantwortlicher), Dr. Stephan Frosch, Dr. Björn Menger, Dr. Daniel Hoffmann, Dr. David Raschke, Matthias Pietzka, Swantje Oberthür, Eric Klingelhöfer und Hauke Rüther. An dieser Stelle möchte ich ihnen meinen Dank aussprechen!“


Welche Leistung/Entdeckung/Entwicklung bewundern Sie am meisten?

Die Erfindung der Elektrizität und alle damit verbundenen Annehmlichkeiten des Alltags.

Was sollte unbedingt noch erfunden werden?

Das Beamen, damit man mehr vom Tag hat und längere Wegstrecken einsparen kann.

Was lieben Sie an Ihrem Beruf am meisten?

Die Versorgung polytraumatisierter Patienten liegt mir sehr am Herzen. Auch der damit verbundene „Nervenkitzel“, was da als Nächstes in den Schockraum kommt. Und die verschiedenen Facetten neben der Patientenversorgung: Lehre, Forschung und Berufspolitik.

Wenn nicht Orthopäde/Unfallchirurg – was würden Sie gerne sein?

Ich kann mir keinen anderen Beruf vorstellen. Für mich stand schon immer fest, dass ich Unfallchirurg werde. Während des Studiums war ich jedoch kurzzeitig auf „Abwegen“ und wollte Gynäkologe werden. Hätte ich keinen Studienplatz für Medizin bekommen, wäre ich wahrscheinlich Pilot geworden.

Können Sie sich noch an Ihre erste OP erinnern? 

Klar, das war eine Karpaltunnelspaltung. Ich war erst drei Tage in der Klinik und es wurde eine helfende Hand im OP benötigt. Als Neuling war ich in der Notaufnahme entbehrlich und zog los … im OP angekommen, drückte mir der zuständige Oberarzt das Skalpell in die Hand und es ging los.

Wie können Sie nach der Arbeit am besten entspannen?

Mit meiner Frau und meinen zwei wunderbaren Töchtern. Oder bei einer Runde Golf – wenn ich dazu komme ...

Auf welches Ereignis der nächsten Zeit freuen Sie sich schon?

Urlaub mit meiner Familie auf einer fernen Insel. Letztes Jahr waren wir auf Mauritius, und es war einfach traumhaft!

Was geben Sie zukünftigen Orthopäden und Unfallchirurgen mit auf den Weg? 

Meiner Meinung nach ist es wichtig, auf ein Ziel hinzuarbeiten und es nicht aus den Augen zu verlieren, wobei der Fahrplan manchmal hier und da etwas angepasst werden muss.

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