Grußwort des Präsidenten 2012
Prof. Dr. Wolfram Mittelmeier |
Liebe Kolleginnen und Kollegen, die Weiterbildungsordnung für das neue Fach Orthopädie und Unfallchirurgie wurde 2003 auf den Weg gebracht, die Fachgesellschaft DGOU wurde 2008 gegründet. Inzwischen haben sich 15 Sektionen unter dem Dach der DGOU versammelt, um das Synergie-Potenzial der DGOU zu nutzen. Die DGOU stellt inzwischen die stärkste chirurgische Fachgesellschaft überhaupt dar. Mit mehr als 8.000 Mitgliedern kommt ihr daher eine besondere Rolle im Verbund der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie zu. Das Konzept Einheit der Chirurgie wird daher ganz wesentlich von der DGOU mitgestaltet werden müssen. Neue Formate wurden geschaffen, um Strukturen zu ordnen und straffer zu arbeiten, aber auch um den Einfluss einer starken Gesellschaft geltend machen zu können. |
Der jährlich im Frühjahr stattfindende Weiterbildungsworkshop dient einer verbesserten Kooperation mit den Ärztekammern, der Zukunftsworkshop der vertieften Kommunikation mit Kostenträgern und Entscheidern im Gesundheitssystem. Mein Dank, aber auch meine Bitte zur fortgesetzten Unterstützung gilt jetzt schon all denen, die in den Sektionen, Arbeitskreisen, fachspezifischen Vereinigungen und Kommissionen ihren konstruktiven Einsatz zur Schaffung des Faches O&U und der Fachgesellschaft DGOU eingebracht haben. Die Förderung des leistungsfähigen Nachwuchses für Orthopädie und Unfallchirurgie ist Zukunftssicherung. Die DGOU wird sich daher besonders um die Verbesserung der Ausbildungskonzepte an den Universitäten und Krankenhäusern kümmern. Aktuelle Projekte wie der neue Lernzielkatalog O&U für das Praktische Jahr (AG Lehre) helfen in der Profilbildung und Qualitätsverbesserung der Lehre im Hinblick auf den Nachwuchs für das Fachgebiet. Da Lebenserwartung und Ansprüche an eine sichere Mobilität im Alter weiter steigen, wird die Erhaltung einer gemeinsamen breiten Basis der Weiterbildung in O&U erforderlich sein. Die zunehmende technologische Entwicklung und wissenschaftlichen Erkenntnisse verlangen aber auch zielgerechte, weiterführende Spezialisierungen. Die bestehenden Zusatzweiterbildungen werden wir deutlicher profilieren und die konservative Orthopädie und Unfallchirurgie stärker abbilden müssen. Die öffentlichen Diskussionen um Ressourcen für unser Gesundheitssystem werden immer wieder zu Verteilungsdiskussionen führen. Diese dürfen aber nicht in überwiegend wirtschaftlich motivierte, kurzsichtige Umgestaltung von Versorgungstrukturen mit möglichen Weiterbildungs- und Qualitätsdefiziten münden. Hingegen müssen diejenigen qualitätsverbessernden Maßnahmen in der Patientenversorgung gefördert und auch letztlich belohnt werden, die besonders auf eine langanhaltende, sichere Versorgung und Funktion hinwirken. Es muss in den nächsten Jahren auch in unserem Fach gelingen, teure Komplikationen immer effektiver zu vermeiden und unnötigen Verwaltungsaufwand auszuschalten. Gemeinsam entwickelte, standardisierte und vereinfachte Abläufe sowie nur sinnvolle, effiziente Qualitätskontrollen werden dazu beitragen. Wertvolle qualitätsfördernde Projekte wie Trauma-Register (DGU), Endoprothesenregister und das QM-Konzept EndoCert (DGOOC) sind in diesem Sinne auf dem Wege. Die Qualität der Versorgung unter Beachtung ethischer Grundsätze und mit effizientem Einsatz der verfügbaren Ressourcen muss ein zentrales Ziel unserer Arbeit sein – und ist deshalb zum Motto des Jahreskongresses DKOU 2012 benannt worden. Die Verantwortung dieser Präsidentschaft mit Repräsentation all der verschiedenen Facetten unseres Fachgebietes werde ich gerne mit vollem Einsatz für unsere gemeinsame Sache ausführen. Ihr/ Euer Wolfram Mittelmeier |
|



